Mittwoch, 14. März 2012

Ein starker ungleichfarbiger Läufer!

In der nachfolgenden Partie demonstrierte GM Taimanov meisterhaft, wie man den eigenen ungleichfarbigen Läufer in Szene setzt

Taimanov-Averbach
(Neuhausen 1953)


Weiß möchte natürlich  mittels des Lb2 und der Dh6 Matt auf g7 drohen. Aber noch steht der Bauer auf f6 dem Läufer im Wege

27. d7!

Ansonsten könnte Schwarz mittels Dd7 und e5 ( Läuferbarriere und Ausblick Dg4) auf Gegenspiel hoffen

27. ... Lc6 28. h4!

Sehr schön gespielt. Der g6-Bauer soll weggesprengt werden, so dass die Dame Kontakt zum f6-Bauern aufnehmen kann.

28. ...  Lxd7

An diesem Bauerngewinn wird Schwarz nicht viel Freude haben. Seine Figuren sind in die Defensive gedrängt

29. h5 gxh5 30. e4! 

Bereitet ein Td3 - Tg4 Manöver vor

30. ...e5






31. f4!

Das typische Verfahren, um die gerade aufgerichtete Läuferbarriere aufzubrechen. Weiß will nicht von seiner Mattidee auf g7 lassen

31. ... exf4 32. Td6!

Nun ist der f6-Bauer nicht mehr zu halten. Außerdem droht auch die Verdoppelung in der d.Linie

32. ... De8 33. Lxf6

Nun ist das Hindernis beseitigt. Der Läufer entfaltet nun seine volle Wirkung

33. ... Tf7 34. Td5!





Angesichts des drohenden Tg5+ warf hier Schwarz das Handtuch. Gegen das schwarzfeldrige Mattnetz ist nicht  mehr viel zu machen

1-0


Montag, 12. März 2012

Ein Figurenopfer zur Erzeugung eines starken Bauernzentrums




Im folgenden Beispiel sehen wir, dass es sich offensichtlich um ein schon längst bekanntes Vorgehen handelt. GM Bronstein, ehemals Vizeweltmeister, opfert schon gleich in der Eröffnung eine Figur. Als Gegenwert erhält er zwei verbundene Freibauern im Zentrum

Bronstein - Rojahn
(Schacholympiade 1956)



1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Sf6 4. Sg5 d5 5. exd5 Sa5 6. d3


Dies ist eine Variante im Zweispringerspiel, wobei heutzutage meist schärfer mit 6. Lb5+ fortgesetzt wird.

6. ... h6 7. Sf3 e4!?




8. dxe4!!?

Und da ist es schon soweit! Weiß opfert eine Figur für zwei verbundene Freibauern im Zentrum. Nicht unerwähnt aber soll bleiben, dass 8. De2 hier der am meisten gespielte Zug ist!


8. ... Sxc4 9. Dd4 Sb6 10. c4





Weiß hat ein gewaltiges Bauernzentrum errichtet. Aber eben auf Kosten einer Figur. Und zu diesem Zeitpunkt ist keineswegs klar, was nun schwerer wiegt

10. ... c5?!
Vielleicht schon ein spielentscheidender Fehler. Denn damit wird der d-Bauer zum Freibauern und das schwarze Figurenspiel ins Stocken. An dieser Stelle wurde auch schon 10. ... Lb4+ mit zwei Schwarzsiegen gespielt.

11. Dd3 Lg4 12. Sbd2 Le7 13. 0-0 0-0





Die entscheidende Frage wird nun sein:

Gelingt es Weiss mithilfe des starken Bauernzentrums das schwarze Figurenspiel zu hemmen, zu behindern oder gar lahmzulegen?


14. Se5 Lh5 15. b3 Sbd7 16. Lb2 Sxe5 17. Lxe5 Sd7 18. Lc3 Lf6



Grundsätzlich gesehen ist es aus schwarzer Sicht gar nicht falsch, angesichts des weißen Raumvorteils Figurentäusche anzustreben.

Aber es wird nicht helfen, da der verbleibende weißfeldrige Läufer zum Statisten degradiert werden wird
.

19. Tae1! Lxc3 20. Dxc3 Df6 21. e5!


Die Dame wird vielleicht noch für einen späteren Mattangriff gebraucht

21. ... Df5 22.f4





Weiß spielt weiter raumgreifend. Dagegen wirkt das schwarze Figurenspiel weiter unkoordiniert. Ein echtes Gegenspiel ist nicht erkennbar

22. ... Lg6 23. Se4 Tb8!?
Deutet sich da doch etwas Gegenspiel auf der b-Linie an?

24. Df3!
Jetzt droht g4
 

24. ... Lh7
Spätestens jetzt ist klar, dass Schwarz sich in der Defensive befindet. Das naheliegende 24. ...h5 wäre allerdings kaum besser gewesen. Nach 25. Sd6! Dg4 26. Dxg4 hxg4 27. f5! Lh7 28. e6!






droht auch der Gau!

25. g4!
Nun ist die Lawine losgetreten. Rette sich, wer kann!

25. ... Dg6 26. f5 Db6




Die Hilflosigkeit der schwarzen Figuren ist augenscheinlich.

27. Dg3 f6?
Danach schnellen die Rechnerbewertungen in die Höhe. Nach 27. ... Tbe8 hätten sie dem Schwarzen noch gewisse Überlebenschancen zugebilligt.
Ich persönlich glaube aber auch dann nicht daran. Lässt man den
FettRechner weiterechnen, scheint sich das auch zu bestätigen: 28. e6 fxe6 29. dxe6 Sf6 30. Sxf6 gxf6 ( 30. ...Txf6 31. Td1!) 31. De3!








Allein der "lebendig begrabene" Lh7 spricht schon Bände. Und der Bauer auf h6 ist wohl verloren (Tf3+Th3)

28. e6
Der Lh7 ist nun, so wie in der gerade gezeigten Nebenvariante, "lebendig begraben"!

28. ... Se5 29. h4!

Nun droht eine zweite Front. Der Durchbruch g5 mit einem Mattangriff ligt in der Luft.

29. ... Kh8 30. g5! Tbc8 31. Kh1 Dd8 32. g6?!






Hier hätte Weiss die Partie schneller entscheiden können. 32. gxh6 gxh6 33. Sxf6! (Entwurzelung des e5)


32. ... Lxg6 ( 32. ... Lg8 33. d6! +-) 33. fxg6


Die Partie ist entschieden. Schwarz könnte hier auch getrost aufgeben.

33. ...b5
Das schwarze Gegenspiel kommt zu spät

34. d6!
Die beiden verbundenen Freibauern kosten eine weitere Figur

34. ... Db6 35. d7 Sxd7 36. exd7 Tcd8



37. Sxf6!!

Ein nicht unbedingt notwendiges Opfer, aber ein würdiger Abschluss einer hervorragend gespielten Partie!

37. ... Dc6 + ( 37. ... Txf6 38 Txf6 Dxf6 39. Te8+) 38. Dg2!

Schwarz wollte sich nicht noch 38. ...Dxg2 39. Kxg2 gxf6 40. Te7! zeigen lassen und gab auf

1-0






Sonntag, 11. März 2012

Bauernopfer zwecks Eroberung einer Linie

In der folgenden Stellung opferte Weiß einen Bauern, um die Kontrolle über die d-Linie zu bekommen




19. d6! Lxd6


Hier mü´te man wohl noch untersuchen, was zum Beispiel nach 19. ...De6 passieren würde. Schwarz ist ja nicht zur Annahme des Bauernopfers verpflichtet

20. Sxd6 Txd6 21. Txd6 Dxd6 22. Td1 De6 





Der Versuch die d-Linie mit 22. ... De7 zu halten, hätte nach 23. Dg4 Td8 24. Txd8 Dxd8 25. Lxe5 zum Rückgewinn des Bauern in besserer Stellung geführt. 

Nun würde 23. Dd3 zur Eroberung der d-Linie reichen. Aber Weiß spielte

23. Dg4! 

Es wird die Dame attackiert, die das wichtige Einbruchsfeld d7 kontrolliert 

23. ... f5 

Wie in "Vom Aufbrechen einer Läuferbarriere" http://figurenspiel.blogspot.com/2012/03/vom-aufbrechen-einer-lauferbarriere.html 
schon gezeigt wurde , hülfe 23. ... Dxg4 auch nicht

24. Dc4!

Es geht immer noch um das Einbruchsfeld d7 

24. ... Dxc4 25. bxc4 



Nun hat Schwarz die zweifelhafte Wahl , den Turm nach 25. ...Te8 26. Td7 auf der 7. Reihe walten zu lassen, oder aber nach 25. ... Tf8 ( um sich Td7 mit tf7 entgegenzustellen) 26. Lxe5 den Bauern in schlechterer Stellung zurückzugeben- 

 Das Bauernopfer hat Frucht gebracht!



Samstag, 10. März 2012

Vom Aufbrechen einer Läuferbarriere



Mancher mag sich vielleicht etwas irritiert fragen: „Eine Läuferbarriere? Was ist denn das?“ Zur Aufklärung soll das folgende Diagramm dienen: 




Die weiße Läufer trifft hier auf eine e5- f7 Bauernbarriere. Sie schränkt ihn erheblich in seiner Wirkungsweise ein. Natürlich könnte der Läufer auf eineandere Diagonale wechseln, aber vielleicht sollte er ja gerade hier aktiv werden. Dazu ist allerdings das Aufbrechen der Barriere notwendig.

Und wie geschieht das? Ganz einfach mittels f4 und g5! Am Ende wird die
Diagonale offen sein. Ein recht eindrucksvolles Beispiel dazu bildet das folgende Partiefragment:





Weiß ist einen Bauern im Nachteil, besitzt aber das bessere Figurenspiel

1. Dg4!
Weiß will die stärkste schwarze Figur abtauschen. Danach wird die Kontrolle
über das Feld d7 verloren gehen

1. ...Dxg4
Die Alternative 1. ... f5 2. Dc4! Dxc4 3. bxc4 e4 (3. …Tf8 Lxe5) 4. Td7! wäre
noch schlechter

2. hxg4 f6 3. Td7! Tb8



Zwar hat Weiß seinen materiellenVorteil wahren können, aber mit dem eingedrungenen Turm auf d7 ist seine Stellung alles Andere als angenehm.Aber wie kommt Weiß nun weiter?


Klar. Mit einer Verbesserung seines Läufers! Viele würden deshalb hier 4. La3 spielen. Aber nach 4. ...Sc8 erweist sich die schwarze Stellung als erstaunlich widerstandsfähig. Deshalb ist der Königsweg hier

4. f4!
Das Aufbrechen der Läuferbarriere!

4. ... exf4 5. exf4 h6


 
6.g5!
Weiß lässt sich nicht beim Aufbrechen der Läuferdiagonalen aufhalten

6. ... hxg5 7. fxg5 c5 8. gxf6 gxf6 9. Lxf6 Sc6




Der weiße Vorteil steht wegen des besseren Figurenspiels und dem Freibauern in der g-Linie außer Zweifel.
 



Ein zweites Beispiel

Donnerstag, 8. März 2012

Ausgekontert auf den weißen Feldern!




In der folgenden Partie startete der Weißspieler einen fulminanten Angriff am Königsflügel, ohne dabei auf irgendwelche sonstigen Nachteile Rücksicht zu nehmen. 

Euwe, der Exweltmeister, blieb als Schwarzspieler bemerkenswert besonnen und umsichtig. Anstatt panikartig die Barrikaden am Königsflügel zu erhöhen, verhielt er sich nach Nimzowitschs Rat:
„Wenn dein Gegner einen Flügelangriff startet, antworte im Zentrum!“

Geller- Euwe

(Zürich 1953)


1.d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sc3 Lb4 4. a3 Lxc3 5. bxc3 c5 6. e3 b6 

     




Das klassische Thema im Nimzoinder. Weiß besitzt das Läuferpaar, hat aber eine leicht lädierte Bauernstruktur (Doppelbauer)
7. Ld3 Lb7 8. f3 Sc6 9. Se2 0-0 10. 0-0 Sa5


Schwarz attackiert direkt  den schwachen c4-Bauern. Weiß geht in der Mitte vor

11. e4
Nun droht 12. Lg5 und 13.e5. 


11. ... Se8!






Ohne diesen Zug geht es nicht für Schwarz. Die Fesselung durch Lg5 ist  unbedingt zu vermeiden. Außerdem kann der Bauernvorstoss f4 gegebenfalls mit f5 beantwortet werden.

12. Sg3 cxd4! 13. cxd4 Tc8
Nun gerät der c4-Bauer voll unter Attacke. Er ist kaum noch zu retten, da er auch noch mit La6 und Sd6 angegriffen werden kann. Deshalb bricht nun Weiß alle Brücken hinter sich ab und greift nun am Königsflügel an

14. f4! Sxc4 15.f5! f6 
Den weißen Bauer lässt Schwarz natürlich nicht bis nach f6 kommen. 

16. Tf4!



Weiß gibt richtig Vollgas. Der Turm soll auf der h-Linie Unheil stiften. Aber Schwarz erstarrt nicht wie das Kaninchen vor der Schlange ...

16. ... b5!
... und räumt erst einmal das Feld b6 für die Dame.

17. Th4 Db6 18. e5!  


Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag!

18. ... Sxe5 19. fxe6 Sxd3 20. Dd3 Dxe6!



Die Dame aktiv zu stellen ist Schwarz wichtiger als den Einschlag auf h7 zu verhindern

21. Dxh7 Kf7 22. Lh6
Das ist sicherlich der Kulminationspunkt der Partie. Der schwarze König befindet sich in bedenklicher Nähe zu den auf g- und h-Linie versammelten weißen Figuren. Wie nun ein Gegenspiel organisieren? Wenn nur der Turm nach c2 käme ...

22. ... Th8!!


 Ein geistreiches Opfer! Der Turm wird nicht unbedingt in der Verteidigung benötigt und gelänge voerst sowieso nicht in den Angriff. Also warum ihn nicht geben, um die weißen Dame von der Kontrolle des Feldes c2 abzulenken.

23. Dxh8 Tc2! 24. Tc1?
Plötzlich unter Druck geraten, findet Weiß nicht den einzig richtigen Zug. Nach 24. d5! Lxd5 25. Td1 Tg2+ 26. Kf1 gxh6 27. Dxh6! hätte er im Spiel bleiben können. Jetzt gehen schnell die Lichter aus!

24. ... Txg2 25. Kf1 Db3! 
jetzt droht tödlich Df3

26. Ke1 Df3!


Da Weiß nicht mehr aus dem Mattnetz herauskommt, gab er hier auf. Eine Glanzleistung Euwes
0 -1





                                                                                                                                                                               

Montag, 27. Februar 2012

Der aktive Springer und seine "Gabeldrohungen"


Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie einzelne Figuren wahre „Wunderwerke“ in einer Partie vollbringen. So geschehen in Biel 1976 in der Partie

Smyslow –Castro




In einem doppelten Doppelfianchetto-aufbau war es schon frühzeitig zu Abtauschaktionen gekommen. Castros Kommentar zu diesem Zeitpunkt : “Weniger Figuren, weniger Sorgen“ fand Eingang in das spätere Turnierbuch.
 Allerdings hätte er durchaus allen Grund zur Sorge gehabt, denn ihm gegenüber saß einer der besten Endspielkönner aller Zeiten, der frühere Weltmeister Wassily Smyslow.
  
Und mag die Stellung oberflächlich betrachtet durchaus remisverdächtig aussehen, so fällt doch ein wesentlicher Unterschied auf: Der weiße Springer ist bereits gut entwickelt, während der schwarze Springer noch nicht gezogen hat. Eine Kleinigkeit, mag mancher denken. Aber in der Hand eines Meisters können kleine Unterschiede manchmal Großes bewirken

 15. ... Sa6 16. Tfd1 Tfc8 17. Tac1 Kf6?!
 Natürlich war es schwer vorauszusehen, dass dieser an sich nicht ganz unlogische Königszug (Zentralisierung) die Wurzel späterer Probleme sein würde.. Aber auch die Alternativen 17. ... Sc5 18. b4! Und 17. ... Sb4 18. a3 Sd5 19. Sb5! hätten bessere Stellungen für Weiß ergeben.

18. Sb5!
Ein recht unangenehmer Zug. Es droht Txc8 und Td7
  
18. ... Sc5
Vielleicht wäre es hier besser gewesen, mit 18. ... Txc1 ein Turmpaar zu tauschen. Aber leicht wäre es wohl auch dann nicht für Schwarz geworden.
  
19. b4! Se6 20. Txc8! Txc8 21. Sxa7!






Hier mag Castro für einen Moment überrascht gewesen sein. Hatte Smyslow übersehen, dass er, Castro, nun aktives Gegenspiel auf der zweiten Reihe erhalten würde?

21. ... Tc2 22. a4!
 Vielleicht erst in diesem Moment mag Castro realisiert haben, dass 22. ... Ta2 nicht funktioniert. Nach 23. Sc8! Txa4 24. Sxb6! entpuppt sich der b4-Bauer als unantastbar: 24. ...Txb4?? 25. Sd5+ mit Turmgewinn. Nun erweist sich der vorherige Königszug nach f6 als recht „unglücklich“.

 22. ... Txe2
 Der Bauer ist bei weitem nicht so wichtig und schmeckt deshalb auch nur halb so gut.
  
23. Sc8!
 Und schon nimmt der Springer den nächsten Bauern auf`s Korn
  
23. .... b5 24. axb5 Tb2
 Der Turm gehört hinter die Freibauern! Also wird alles gut?






Mitnichten!

 25. Sb6!
 Und wieder ist der Bauer tabu wegen der drohenden Springergabel. Spätestens hier dürfte Castro geahnt haben, dass diese Partie wohl nicht mehr zu retten sein würde.
  
25. ... Sc7 26. Sd7+ Kg7 27. b6!
Mit Tempogewinn stößt der Freibauer nach vorne


  
27. ... Sa6 28. Sc5+! Sxb4 29. b7!
Nun ist der Bauer kurz vor dem ersehnten Ziel



 
29. .... Sc6 30. Td7  Sa5 31. Txe7


Hier langte es dem Schwarzen. Da er mit seinem König nicht zur Hilfe eilen kann, der weiße König aber schon, ist die Niederlage nur noch eine Frage von Zeit und (Schach-) technik.


1-0
Resümee: Der weiße Springer machte hier den Unterschied. Mit seinen Gabeldrohungen sicherte er die Existenz und das Vorankommen des Freibauern








 

Freitag, 23. September 2011

Der kaltgestellte Läufer


                       
Als eine klassisches Beispiel für das Aussperren einer Figur gilt die Partie Winter- Capablanca

In der folgenden Stellung 


nutzte Schwarz seine Chance und spielte
10. ... g5!
Nach  der weiteren Abfolge
11. Sxf6 Dxf6 12. Lg3 Lg4! 13. h3 Lxf3 14. Dxf3 Dxf3 15. gxf3
war die Partie im höheren Sinne schon entschieden. 



Mit diesem Läufer auf g3 war kein Staat mehr zu machen. Er blieb den Rest der Partie ausgesperrt und inaktiv. Schwarz spielte quasi mit einer Mehrfigur


(Fortsetzung folgt)